Montag, 6. August 2012

Back @ Home

So.... ich bin wieder in Deutschland! 

Schon seit einiger Zeit, aber wegen Urlaub usw. hatte ich noch keine Zeit, dass hier zu verkündigen. Vor 11 Tagen bin ich in Freiburg angekommen - nach etwa 6 Tagen reise. Es ging los mit dem Bus quer durch Bolivien, von La Paz nach Guyaramirin an der bolivianischen-brasilianischen Grenze, zeitlich gesehen von Freitag Mittag bis Sonntag Morgen. Ziemlich am Anfang kamen wir in eine Drogenkontrolle rein - mein Handgepäck haben sie komplett durchsucht und dann wussten von Anfang an alle anderem im Bus, was ich dabei hatte (Laptop, Kamera, usw.). Ich musste dann nochmal besser aufpassen, dass mir nichts geklaut wurde, aber es ging alles gut.
An der Grenze musste ich bei Sonnenaufgang 3h warten bis die Migración aufgemacht hat um mir einen Ausreisestempel zu holen und eine Strafe zu zahlen, weil ich 9 Tage länger als erlaubt in Bolivien war - insgesamt also genau 99 Tage. 

Dann bin ich mit dem Boot über den Fluss gefahren der Bolivien von Brasilien trennt und von dort 4h mit dem Taxi nach Porto Velho. Es war ziemlich, ziemlich warm und ich hatte mein ganzes Gepäckt dabei und musste dann von Sonntag Mittag, etwa 14Uhr, bis Montag morgen, 5Uhr, am Flughafen warten, bis mein Flieger nach Sao Paulo ging. Ich habe etwas geschlafen, eine Mütze gestrickt und Harry Potter als Hörbuch angehört. Da ich mir schon dachte, dass ich Übergepäck hatte, habe ich beim Einchecken etwas geschummelt und es ging ohne Probleme weiter.
In Sao Paulo war ich bei einem Couchsurfer, der im Stadtteil Moema gewohnt hat und es gab eine Straße die Moema hieß und eine Bushaltestelle mit meinem Namen. Sehr schön :) 

Leider wurde ich ziemlich krank, habe mich aber trotzdem noch mit einem anderen Couchsurfer getroffen, der mir dann am Dienstag ein bisschen von Sao Paulo gezeigt hat - krass große Stadt! Und Brasilien ist richtig teuer geworden...
Am Mittwoch morgen dann habe ich es geschafft von der Wohnung zum Flughafen zu kommen - mit Hilfe von Schmerztabletten und netten Brasilianern. Und ab da war es einfach, über Rom nach Frankfurt, da noch mal Essen gehen und mich an das ganze Deutsch gewöhnen mit einem Freund, der mich abgeholt hat. Alles super! 


2 Tage später ging es auf unser bekanntes Familientreffen - etwa alle 2 Jahre mit der Verwandtschaft von meinem Vater. Leider haben dieses Jahr einige gefehlt, aber wir waren trotzdem noch 20 Leute und 4 Generationen, für insgesamt 5 Tage in der Eifel.

Jetzt fehlen noch ein paar Hausarbeiten, damit ich mein Studium ganz abschließen kann und ich warte auf Antworten zu meinen Bewerbungen um dann mit dem Master weiter machen zu können. 

Ich bin noch am Nachdenken darüber, was ich jetzt alles in Bolivien gelernt habe. Und ein paar Sachen kann ich in Worte fassen, aber ich denke das meiste würde ich einfach unter "Lebenserfahrung" abspeichern. Ich weiß, dass es einiges mit mir gemacht hat, alle meine Erlebnisse in den letzten Monaten, aber ich kann (noch) nicht sagen, was genau. Es war anders als in Indien, wobei mir die Erfahrungen von Indien sicher geholfen haben. Aber eines weiß ich ganz sicher: Ich will nochmal nach Bolivien, nach La Paz. Aber nächstes mal für länger (!) und mit einer festen Aufgabe, wie zum Beispiel in einem Auslandssemester... Obwohl ich mich oft ziemlich über die Menschen, Mentalität, das Wetter usw. aufgeregt habe, so hatte ich doch am Ende ein paar Menschen, die mir echt wichtig geworden sind und vor allem mit La Paz eine Stadt, in die ich mich sofort verliebt hatte und die ich mit der Zeit auch Lieben gelernt habe.  

Jop, damit werden die Blogeinträge jetzt weniger werden, aber Fotos gibt es weiterhin hier. :)

Danke an alle, die an meinen Erfahrungen teil hatten und mich immer wieder durch mails, sms, anrufe usw, unterstützt haben - ihr wisst nicht, wie wichtig das für mich war!

Bis dann irgendwann!

Moema

PS: @ Laura: Let's go! :-*





Donnerstag, 12. Juli 2012

Meer und Putsch und Fotos....





So, meine letzte Woche in Bolivien hat begonnen.... bin schon fast wieder in Deutschland. Aber nur fast. Noch genieße ich das Leben hier! Erstmal ein paar Fotos von den letzten Wochen:

Meine Mitbewohnerin und ich in Tiwanaku bei der Neujahrsfeier

Die nächsten Bilder sind von der Geburtstagsfeier von unserem Nachbarn - unten in der Zona Sur (da, wo die Reichen von La Paz wohnen), bei einem Freund vom ihm. Es wurde gegrillt....und wie man sieht ist es hier auch in den Häuser so kalt, dass man abends immer eine Jacke an hat.

Hmmm Fleisch!



Hier mal ein Blick nach El Alto, da waren wir unterwegs Richtung Copacabana (Titicacasee) wir wollten eigentlich wandern gehen aber leider kam uns der Regen dazwischen. Trotzdem konnten wir auf einen Berg hoch...

El Alto.

Blick vom Berg auf Copacabana und dem Strand von Bolivien.... am Titicacasee.

Oben auf dem Berg.



Achso, und dann gibts hier nach Llamas, bzw Alpacas. Die hier waren für die Touris und man durfte sie nicht fotografieren, außer man zahlt dafür. Deswegen mussten wir das heimlich machen und das hat nicht so ganz funktioniert.... also dann doch noch mit bezahlen.

Süß, oder? Naja, findet zumindest Laura.... ;-)

Da habe ich leider die Köpfe abgeschnitten....



So, und jetzt noch Bilder vom letzten Montag, da war ich mit einem Freund im Altiplano wandern. Wir sind von dem Dorf aus hoch auf den Berg - auf 4200m über dem Meeresspiegel.


In dem Dorf wohnt der Freund von mir. Hinter dran sieht man die wunderschönen Anden und rechts ist El Alto und La Paz.








Auf 4200m.




So, ansonsten, was gibts noch von hier..... Ein paar "Zauberwörter" aus Bolivien: Fast alle Maßnahmen der Polizei/Regierung lassen sich damit rechtfertigen, wenn sie gegen einen eventuell möglichen "Putsch" sind. Davor haben sie hier ziemlich Angst. 
Und wenn du die Stimmung nicht verderben willst, dann rede nicht vom "Meer".... bekanntlich hat Bolivien so ziemlich alles, außer einen Zugang zum Meer. Der wurden ihnen von den  Chilenen geklaut. Und die waren damals ganz schlau, denn sie haben während dem Karneval angegriffen und da waren alle Bolivianer am feiern/betrunken. Trotzdem gibt es natürlich noch die Marine - sie üben auf dem Titicacasee. Und Avaroa, der damals die Schlacht gegen die Chilenen verloren hat, ist trotzdem ein Volksheld, seine letzten Worte waren anscheinend: "Mich ergeben? Eure Oma soll sich ergeben, carajo!"
Des weitern sind derzeit alle Studenten am Tanzen! Es ist wunderschön abends durch La Paz zu laufen und über all Gruppen von Jungs, Mädels oder gemischt zu sehen, die Tanzschritte einüben für den Entrada Universitaria - so was wie Karneval. Erinnert mich ein bisschen an Bollywood - einfach wunderschön! :)  

Damit genug für heute! Nächsten Donnerstag oder Freitag werde ich mich schon wieder auf den Weg Richtung Deutschland machen - quer durch Bolivien, Brasilien über Italien bis nach Hause.... where ever that is!

Bis bald :)




Mittwoch, 27. Juni 2012

Wohnung

Blick auf den Prado, wo immer die Demos sind. Und oben dran: El Alto.

                                                         












Der Blick Richtung Illumani - leider grad in den Wolken, normalerweise ist da irgendwo ein Berg mit Schnee.

Und noch in die andere Richtung - gegenüber vom Prado.



Ausblicke aus unserer eiskalten Wohnung im 10. Stock.

Sonntag, 24. Juni 2012

De Tu Querida Presencia

Wenn mich Bolivianer fragen, was ich von Bolivien halte, wie es mir gefällt und was ich hier mache, ist es nicht so einfach zu Antworten. Ich bin gerne hier. Habe eine eigene Wohnung im Zentrum. Kann zwar noch lange nicht perfekt Spanisch, aber bekomme fast alles mit und kann mich verständigen. Ich liebe den Sommer, aber hier ist jetzt Winter. Die Wohnung ist kaum isoliert, es gibt keine Heizung und so oft es geht, gehe ich raus, da es dort wärmer ist. Dafür klappt es super mit meiner Mitbewohnerin, einer Deutschen, die an der selbe Hochschule studiert hatte und jetzt dann für 6 Monate hier ein Praktikum macht. Ich bin weitestgehend Gesund - eben abgesehen von einer Erkältung wegen der Kälte. Freunde laden mich ein auf Feste, zB zu "Mara T'aqa":

Am Donnerstag hat das neue Jahr nach Aymara Kalender angefangen (das Jahr 5520). Wir sind hoch, nach Tiwanaku, gefahren um dort mit vielen, vielen anderen zu feiern. Der Bus hat La Paz gegen 23Uhr verlassen und ein paar Stunden und einige Getränke "gegen die Kälte" später waren wir dort. Es wurde getanzt bis zum Sonnenaufgang. Damit die Sonne nach der längste Nacht im Jahr wieder aufgeht, sind Tänze und andere Opfer notwendig.... Zum Sonnenaufgang sind wir zu den Ruinen der alten Tempel gegangen und hinter dem Berg ist dann die Sonne aufgegangen und alle haben ihr die Hände entgegen gestreckt um ihre Energie zu empfangen - für mich war die Wärme in dem Moment wichtiger. Es war so kalt,  dass wir unsere Füße bald nicht mehr gespürt haben. Und kurz danach sind wir wieder in die Busse gestiegen und durch das Altiplano zurück nach La Paz gefahren.

Für Freitag Abend hatten mich dann andere Freunde zu einer Geburtstagsparty nach El Alto eingeladen. El Alto ist die inoffizielle Hauptstadt von Bolivien. Sie grenzt direkt an La Paz an, ist aber größer und höher (3.850 bis 4.150m), kälter und für unseren Präsidenten Evo wichtiger als La Paz. Außerdem geht´s da sozial ziemlich heftig zu, was Prostitution, Drogen, Handel, Armut usw angeht. Kurzgefasst: Es ist nicht besonders sicher dort oben - eventuell noch weniger für Gringos in der Nacht (Gringos sind hier die US-Amis, bzw. solche, die kein Spanisch sprechen, bzw. die Weißen, bzw. ich). Ich bin trotzdem hochgefahren. Meine Bekannten habe mich hier abgeholt und hinterher wieder zurückgebracht. Es ging alles gut.

Aber es ist nicht alles gut hier. Letzte Woche gab es Kämpfe in La Paz zwischen Polizei und Polizei. Es wurden Unterlagen und Computer zerstört. Es gibt aber auch andere Demos - jeden Tag. Und viele gehen bei uns am Haus vorbei. Hauptsächlich liegt es wohl daran, dass die Lebenshaltungskosten steigen, aber die Löhne nicht. Und in Bolivien wird Politik auf der Straße gemacht. Also Demos ohne Ende.
Vorgestern, nach dem es in Paraguay den "kalten Putsch" gab, habe ich mit Freunden aus Spanien, Brasilien und Guatemala geredet und wir haben überprüft, ob wir wissen, wo unsere jeweiligen Botschaften sind. Also, ganz so schlimm ist es noch nicht, dafür spannend :)

Jetzt noch mal zurück zu mir: Ich werde mit dem Spanischunterricht aufhören und ein Monitoringsystem für ein Projekt in Bolivien und Chile überarbeiten. Das ist ganz gut, weil es etwas auf meine Erfahrung von Indien aufbaut und ich so noch etwas sinnvolles in meinen letzten 4 Wochen (!!!) in Bolivien machen kann! Ansonsten genieße ich das Leben und die Stimmung hier, wir werden nämlich auch immer mit Musik beschallt von Aktivisten die da unten auf der Straßen campen um an die Opfer politischer Gewalt, bzw Diktaturen zu erinnern - dabei läuft fast immer nur dieses Lied! (So könnt ihr etwas teilhaben an meinem Leben hier. Fotos kommen nach - das Internet ist zu langsam....)

Liebe Grüße und bis viel zu bald! ;-)
Moema

PS: Wer noch was anderes von hier hören will: llora me llama ist grad der absolute Hit hier, hört man immer und überall!


Samstag, 9. Juni 2012

Tage wie dieser...

Als ich heute morgen aufgewacht bin, habe ich nicht im Traum daran gedacht, was so alles passieren könnte!

Ehrlich gesagt bin ich aufgewacht und es ging mir nicht so gut, da ich mit meinen Gedanken bei der Familie und den Freunden eines Freundes war, der vor kurzem verstorben ist.

Ich hatte trotzdem, wie immer, meine 2h Spanischunterricht am Vormittag. Dabei gab es ein paar Auseinandersetzungen mit meinem Lehrer, da er total blöde Beispielsätze gebracht hat und ich meinen Mund nicht halten konnte. Aber auch dadurch konnte ich etwas lernen.

Zur Mittagszeit war ich wieder in der Wohnung. Derzeit wohnt eine andere Deutsche mit mir hier. Sie ist am Mittwoch angekommen und wir kannten uns schon ein bisschen vom Studium. Sie wird die nächsten Monate ein Praktikum hier in der Nähe machen. Jedenfalls haben wir uns spontan mit einer ihrer "Kontaktpersonen" und 2 anderen von ihrem Praktikum zum Essen getroffen. Das war ein bisschen komisch, da wir die noch nicht ganz einschätzen können. aber es war besser als wir dachten.

Von da aus wollten wir dann hoch ins Zentrum laufen um einen Pulli und Postkarten zu besorgen. Unterwegs sind wir in eine Demo gekommen. Die waren gerade dabei ein Eingangstor zu sprengen, um an das verantwortliche Büro zu gelangen. Immer, wenn alle anderen sich die Ohren zu gehalten haben, haben wir es auch gemacht. War besser so. Wir waren gerade lange genug da um mit dem Mob (!) vor der anrückenden Polizei zu fliehen. D.h. ich weiß jetzt wie unangenehm Tränengas ist. Und es ist echt blöd mit tränenden Augen zu laufen und nicht zu wissen, ob es besser ist in Richtung Polizei oder weg von ihnen zu rennen. Außerdem ging es bergauf, und das auf ca. 3500m Höhe.

Nach einer Pause etwas weiter weg, sind wir dann doch weiter ins Zentrum gegangen, dort haben wir einer äußert interessante Kundgebung mitbekommen. Viele, viele Männer saßen und Standen auf dem Plaza und haben anfangs drei Rednern zugehört, die etwa in der Mitte auf den Stufen standen. Die ganzen Männer (>100!) waren still und versuchten die Redner zu verstehen. Uns fiel das Verstehe sehr schwer, da zum Teil auch auf Aymara geredet wurde. Danach gab es Bemerkungen aus dem Publikum. Aber immer einer nach dem anderen. Diese Diskussion hat besser funktioniert als die in manchen Seminaren in der Hochschule! Es war bewundernswert! 
(Mehr zu dem Thema der Demo/Kundgebung hier)

Von dort sind wir doch noch weiter hoch ins Zentrum. Haben uns das viele Fleisch auf den Märkten angeschaut, Coca-Blätter gekauft, ein komisches, leckeres Getränk ausprobiert und uns mit Frauen auf dem Markt unterhalten.

Von dort ging es weiter zum Open-Air-Theater. Wir wollten zu einem Konzert, dass war uns dann aber doch zu teuer und auch schon wieder zu kalt. Also ging es weite Richtung Kino. Wir hatten aber noch Zeit um zwischen drin etwas zu Essen, um etwas auszuruhen und um wieder zu Kräften zu kommen. Der Film hinterher war so schlecht und wir so müde und das Kino so kalt, dass wir nach kurzer Zeit Heim gegangen sind. 

Und jetzt ist es am Gewittern. (Wie gut, dass wir nicht zu dem Konzert gegangen sind!) Aber ein Gewitter in La Paz ist eine ganz neue Erfahrungen, weil der Donner hallt.

Ich liebe diese Stadt! 

Morgen geht's auf Wohnungsuche mit der anderen Deutschen zusammen - mal schauen, was sonst noch passiert..... Aber jetzt muss ich erst mal schlafen!

Was für ein Tag....

Mittwoch, 6. Juni 2012

Gran Poder, Tiwanaku, Deathroad und wie es weiter geht

Hola, ¿como estás?

Ich bin jetzt erst mal Umgezogen, letzten Freitag um genau zu sein. Seit dem wohne ich in La Paz bei einem Freund. Das Gute daran ist, dass die Wohnung ziemlich zentral liegt und er viel unterwegs ist. Ich wohne also fast alleine hier :)

Aber jetzt erst mal noch meine letzten Erlebnissen!
Vor einer Woche war ich mit Freunden in Tiwanaku, also ein paar alte Steine und Ruinen anschauen. Das war ziemlich interessant, eine sehr alte Kultur und mit einem erstaunlichen Wissen. Ich habe zwar nicht alles verstanden (wir haben zu lange Mittag gegessen und dann mussten wir eine ganz schnelle Führung machen und dazu reichte mein Spanisch noch nicht ganz), aber es war trotzdem beeindruckend.

2 Tage später bin ich dann von La Paz wieder nach Coroico. Doch dieses mal nicht mit dem Auto sondern mit dem Fahrrad. Es geht auf 4600m Höhe los, erst eine Stunde auf dem Asphalt und dann 3h  Schotterweg. Insgesamt etwa 3600m bergab. Am nächsten Tag haben mir die Hände weh getan vom vielen Bremsen. Aber es war super! Ich hatte das Gefühl, mich endlich mal wieder etwas austoben zu können. Außerdem hatten wir super Wetter und sind nur nass geworden, als wir durch einen Wasserfall durch fahren musste. Deathroad - mit dem Fahrrad ist sie nicht so gefährlich. Ich glaub, so ist das letzte mal im Jahr 2009 eine Touristin gestorben. Allerdings haben wir noch Reste von einem Auto gesehen, was vor 14 Tagen vom Weg abgekommen ist und ziemlich tief runter gefallen ist. Außerdem war es interessant von dem Berg oben bis runter auf etwa 1200m Höhe zu fahren, das Klima ist ganz anders.

So, was war letzte Woche noch? Ach ja, ich bin dann ja Freitag nach La Paz umgezogen, unter anderem, weil es nicht mehr wirklich was zu tun gab in Coroico und weil es ziemlich schwierig war, Kontakte zu knüpfen. Liegt wohl mit an der Kultur. Ist nicht so einfach mit den Menschen hier in Kontakt zu kommen. Und alle sagen, dass es in anderen Regionen von Bolivien einfacher ist. Je weiter weg von den Anden und der Höhe, desto offener sind die Leute ("typischer lateinamerikanischer"). Wie auch immer, ich war ziemlich enttäuscht (was wohl mit an meinen Erwartungen lag) und denke es liegt auch etwas an dem Kulturschock. Ach, ist das schön, wenn man über so etwas schon mal eine Bachelorarbeit geschrieben hat und es doch wieder erlebt! :)

Samstag war ich dann auf einem Straßenfest in La Paz (alleine, weil mich meine "Freunde" wieder haben sitzen lassen). Es war toll! So viele Menschen, super Wetter, viel Musik und Tanz. Gran Poder heißt das Fest und ist ähnlich wie Karneval. Allerdings liegen die Ursprünge in Oruro (Bolivien) und die Tänze, Musik und Kostüme erzählen etwas von der Geschichte Boliviens (was ich jetzt nicht weiter ausführen werde). Das Fest ging von morgens um 7 bis zum nächsten morgen. Ich saß ein paar Stunden auf einer Tribüne und habe mir den Umzug angeschaut und dann war ich abends noch mal ein paar Stunden auf der Straße bei den anderen vielen Menschen.

Gestern war ich mit ein paar anderen "Gringos", die für ein paar Jahre hier arbeiten, im Kino. Ein alternatives Kino, gestern mit Kurzfilmen aus aller Welt, kostenlos. War gut, auch wenn manche etwas komischen waren, konnten wir bei anderen mal wieder richtig gut lachen.

Und wie geht's weiter? Ich habe mich entschlossen jetzt die nächste Zeit ganz intensiv Spanisch zu lernen. Da es gerade keine Projekte gibt musste ich mich zwischen Spanischunterricht und Reisen entscheiden. Da ich aber so gut hier wohnen kann und es noch viel zu entdecken gibt in La Paz habe ich mich fürs Lernen entschieden. Außerdem kann ich die Zeit jetzt auch nutzen um noch ein paar Bewerbungen zu schreiben (oder für meine letzten Hausarbeiten....).

So, jetzt hier noch der Link zu den Fotos von der letzten Woche:  http://www.flickr.com/photos/60313100@N06/

Saludos,
Moima (so nennen dich mich hier fast alle)



Samstag, 26. Mai 2012

Bilder


Valle de la Luna - ein alter Mann!

Valle de la Luna - ich und meine Chefin. Das liegt etwas außerhalb von La Paz.

Valle de la Luna.

Sorata, meine Chefin und ein Mitarbeiter von Caritas.


Ein kleiner See auf etwa 4200m. Eigentlich, wenn es nicht so neblig ist, sieht man den Schneeberg im Hintergrund.

Die Jungs musste als auf mich warten, ist nicht so einfach sich an die dünne Luft zu gewöhnen.





In einer Höhle - etwas Tourismus.

Bei der Arbeit - Besichtigung der Communities.

Sorata liegt am Fuß von dem Berg.
Ich hab leider nicht so viel Zeit grad, deswegen wieder nur Bilder. Aber es geht mir gut. Bin mal wieder in La Paz und muss jetzt auch schon wieder los...
Liebe Grüße!

Montag, 21. Mai 2012

Heute

Eine Freundin hier in Bolivien hat mir letztens was erzaehlt, was ich gerne weiter geben wuerde. Sie traf einen Mann, der viel Unterwegs war, immer wieder auf Dienstreisen, weit weg von seiner Familie. Er erzaehlte ihr, dass er immer, wenn er in Brasilien ist, Limonen kauft. Die bringt er dann nach Hause, wo es keinen frischen Limonen gibt, um dort einen Limonensaft fuer seine Familie zu machen. Die Freundin hier erzaehlte mir dass, weil sie den gluecklichen und freudigen Gesichtsausdruck dieses Mannes, als er ihr das erzaehlt hatte, nach viele Jahren immer noch in Erinnerung hat. Danke Papa und alles Gute zum Geburtstag!

Heute hatte ich einen sehr guten Tag in La Paz mit meiner Chefin und ihrem Mann: Ausgeschlafen, im Moon Valley spazieren gegangen, super leckeres Fleisch zum Mittagessen gehabt in einem gemuetlichen kleinen Restaurant, im Kino in einer riesen ShoppingMall einen Film auf spanisch gesehen und verstanden, Eis gefuttert, Schuhe gekauft, zufaellig welche getroffen, die mit mir morgen die Uni anschauen, und jetzt noch ein bisschen chillen. Gutes Leben. Morgen gehts noch zu ein paar Gespraechen mit Mitarbeitern und uebermorgen dann wieder nach Sorata. Da war ich auch gestern, und es gefaellt mir sehr gut dort. Das Team ist super und die Landschaft ist genial. Um nach Sorata zu kommen, faehrt man von La Paz durch El Alto, queer durchs Altiplano und dann beim Titicacasee “rechts” runter. Naja, so ungefaehr. Jedenfalls ist das meine Lieblingsstrecke. Man braucht etwa 3 Stunden. Wenn das Internet wieder besser ist kommen auch Fotos.

Damit vor allem ganz liebe Gruesse nach Afrika!
Moema

Donnerstag, 17. Mai 2012

Coroico - Caranavi - Coroico - La Paz

Die letzten 3 Tage war ich in Caranvi, etwa 3h fahrt von hier, auf einem Kongress vom Caritas Coroico und Misereor. Thema "Manejo de recursos naturales dentro la agricultura sostenible". (Etwa: "Management von natürlichen Ressourcen in einer nachhaltigen Landwirtschaft".) War schön, mit verschiedenen Menschen aus ganz Bolivien, ein paar Gruppenarbeiten, kennen lernen derer Projekte, Workshops im Wald, Feiern am Abend, ständige Übermüdung (spanisch hören und reden ist immer noch etwas anstrengend, vor allem, wenn ich nicht viel geschlafen habe), usw.
Ich habe gelernt, wie man hier einen Kompost macht, aber vermutlich ist das nicht so interessant für Menschen aus anderen Klimazonen, denn das war schon sehr speziell für Caranvi.
Das beste war allerdings, dass auch junge Leute daran teilgenommen haben, wir hatten Spaß und ich kann die jeder Zeit besuchen und so etwas mehr von Bolivien kennen lernen - wenn ich Zeit hätte!

Wenn alles gut geht, bin ich ab morgen wieder für etwa eine Woche in La Paz und Sorata unterwegs. Caranavi lag im etwas tiefer, es war ziemlich warm. Coroico ist wieder erträglicher und in La Paz könnte es Minus-Temperaturen haben. Aber es ist nicht mehr langweilig hier! :)

Letzte Woche haben wir wieder eine paar ältere Menschen besucht in einem Dorf etwas weiter weg von hier. Hin konnten wir bei jemandem mitfahren, aber zurück mussten wir laufen, etwa 3h bis wir wieder an einer befahrenen Straße waren. Ich muss mich an so etwas erst noch gewöhnen. Das zählt alles zu Arbeitszeit hier, aber im Prinzip ist es ein bezahlter Spaziergang, wenn auch notwendig.

Noch so ein paar Kulturdinge: In einer Bar gibt es Bier fast immer nur im Doppelpack zu kaufen (also 2 Flaschen). Dies wird dann immer gerecht aufgeteilt, aber nur einer zahlt. Bis jetzt habe ich noch nicht raus gefunden wer und wie das abgesprochen wird. Der erst Schluck Bier am Abend wir nicht getrunken, sonder auf den Boden gekippt. Ist Tradition. Dann werden ein paar Schlücke getrunken. Dann sitzt man und eventuell erzählt man sich was oder schweigt und schaut in der Gegend rum. Dann wird wieder getrunken, aber alle gleichzeitig. So sind die Gläser immer etwa zum gleichen Zeitpunkt leer und es wird wieder nachgefüllt. Wir wurde das etwas zu langweilig, also habe ich mir angewöhnt, immer Karten/Würfel dabei zu haben und nun wird immer Karten gespielt oder gewürfelt. Dabei spielen wir "meine" Spiele und ich werde immer besser im erklären auf spanisch. Je fortgeschrittener der Abend jedoch ist, desto häufiger wirft man mir vor auf Portugiesisch anstatt auf Spanisch zu reden....

So, jetzt ein paar Fotos, damit ihr sehen könnt, dass es mir gut geht!

Warten auf eine Mitfahrgelegenheit.

Pause vom vielen Laufen.

Didia, mit der ich zusammenarbeite. Die meisten Bolivianer sind kleiner als ich.

Irgendwo auf dem Weg nach Hause.

Workshop im Wald.

Boden im Wald

Workshop über Kompost.

Schutz vor dem Regen unter einem Bananenbaumblatt.

Holzbrücke - zum Überqueren muss man aus dem Auto raus.

Caranvi 


Freitag, 11. Mai 2012

Bolivien aktuell

So, ich war nicht in Sorata, wie angekündigt, sondern bin brav in Coroico geblieben. Und das war auch ganz gut so, denn nur so konnte ich mit Freunden grillen gehen, Deutsche Couchsurfer bei mir zu besuchen haben und hinten auf dem Jeep mitfahren bei den Besuchen weiterer Communities.

Bolivianische Flagge: Rot für die Tapferkeit der bolivianischen Soldaten, Gelb für den Reichtum an Mineralschätzen und Grün symbolisiert die Fruchtbarkeit des Landes.



Jetzt mal was aktuelles zu hier: Bolivien hat gerade in paar Probleme. Es wird gestreikt. Dauernd und überall. Ich konnte diese Woche nicht nach Sorata, weil die Fahrer-Gewerkschaft streikt, die wollen mehr Geld. Inzwischen fahren wieder einige Taxis und Kleinbusse.
Aber da zur Zeit auch die Ärzte, Pflegepersonal und Medizinstudenten streiken und die Straßen blockieren, kommt man nur selten nach La Paz (und andere Städte) rein und kann sich da auch meist nur zu Fuß fortbewegen. Die Streiken schon seit über einem Monat, da ein neues Gesetzt die Arbeitszeit in Gesundheitswesen verlängert und das wollen die nicht (wurde inzwischen wieder aufgehoben, aber die Streiken trotzdem noch..?). Es gibt dabei Verletzte (Auseinandersetzung mit der Polizei) und Tote (2 Kinder sind in der Zeit in Krankenhäusern gestorben, weil sich keiner um sie gekümmert hat). Aber sie sind Kreativ - die Spruchbänder werden teilweise mit Blut geschrieben...

Der Nationalflagge gleichgestellt: Die Wiphala.


Evo Morales, der erste indigene Präsident in Bolivien, ist hier sehr bekannt. Ich habe bisher fast in jedem Haus ein Bild von ihm gesehen, vor allem aber in allen Schule und oft in öffentlichen Einrichtungen. Er war mal Coca-Bauer und hat kein abgeschlossenes Studium, aber es scheint mir so, als ob das Volk ihn liebt. Gerade am 1.Mai bin ich zufällig an ihm vorbei gefahren (glaube ich zumindest), dass muss kurz vor der Enteignung des spanischen Stromkonzern REE gewesen sein.
(Wer noch was kurzes zu Bolivien und Morales lesen will: "Wie Bolivien zum zweitenmal gegründet wird" Eduardo Galeano. Galeano ist lesenswert, auch wenn ich ihn nicht immer verstehe.)

So genug für heute. Ich habe auch keine neuen Fotos mehr. Ich fühle mich langsam mehr und mehr " zu Hause" hier, kenne mich aus, kann einkaufen gehen, habe ein paar Freunde, usw..
Trotzdem noch mal: Falls jemand etwas Zeit und Geld übrig hat bis Ende Juli: Es ist wunderschön hier! :)

Liebe Grüße,
Moema

Freitag, 4. Mai 2012

Was macht Moema in Bolivien?

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich noch gar nicht geschrieben, was ich hier so mache... oder?
Also, vor allem bin ich hier um Spanisch zu lernen. Das ist gar nicht so einfach, oder ich bin zu ungeduldig. Ich habe eine Spanischlehrerin hier, und immer wenn ich Zeit habe, besuche ich sie in ihrem Laden und sie bringt mir etwas bei (zZ lerne ich unregelmäßige Verben). Reden geht auch, die Leute hier verstehen mein Portugiesisch-Spanisch-Gemisch :)

Ausbildungszentrum für die Frauen.
Des weiteren bin ich hier um Projekte von Caritas kennen zu lernen. Bis jetzt konnte ich mich etwas in ein Frauenprojekt einarbeiten. Da geht es vor allem darum, Frauen zu stärken und zu Leiterinnen in ihren Gemeinden auszubilden. Sie lernen ihre Rechte kennen und erhalten technische Unterstützung im Bereich der Kaffeeproduktion, der Hühner- / Schweinezucht und des Imkerns. Ich habe bei einem Workshop zur Hühnerzucht und bei einem zur Kaffeeproduktion teilgenommen. Das größte Problem ist jedoch die Gemeinschaft unter den Frauen. Sie müssen zusammenarbeiten um auf dem Markt mithalten zu kommen, jedoch besteht ein zu großes Misstrauen unter ihnen.


Frauen beim sortieren von Kaffeebohnen.
Beim Kaffee pflücken.




















Sorata, knapp unter dem Nebel.


Außerdem habe ich letzten Montag ein weiteres Projekt kennen gelernt bei dem es um Katastrophenvorsorge geht. Einer der Standorte ist in Sorata, etwa 6h entfernt von Coroico. Da letzten Montag nicht so viel Zeit war, nutze ich die Gelegenheit, dass meine Chefin nächste Woche für 2 Tage hin fährt um es besser kennen zu lernen. (Mehr zu dem Projekt:Info Bolivien Katastrophenvorsorge)



Letztendlich werde ich aber wahrscheinlich in einem neuen Seniorenprojekt mitarbeiten, welches jetzt dann erst startet.

Mein Alltag besteht damit aus Spanisch lernen, in die Dörfer in der Umgebung fahren und Projekte besuchen (Ein Dorf hier ist etwas anders, meistens 1-5 Häuser an einem Ort zusammen, weitere Häuser sind nur zu Fuß erreichbar), an Workshops teilnehmen, nach La Paz, Sorata und andere Orte reisen und ja, das wars. ...

Liebe Grüße!

Moema


Ich und meine Chefin Dolly.





















PS: hier gibts manchmal mehr Fotos...