Die letzten 3 Tage war ich in Caranvi, etwa 3h fahrt von hier, auf einem Kongress vom Caritas Coroico und Misereor. Thema "
Manejo de recursos naturales dentro la agricultura sostenible". (Etwa: "Management von natürlichen Ressourcen in einer nachhaltigen Landwirtschaft".) War schön, mit verschiedenen Menschen aus ganz Bolivien, ein paar Gruppenarbeiten, kennen lernen derer Projekte, Workshops im Wald, Feiern am Abend, ständige Übermüdung (spanisch hören und reden ist immer noch etwas anstrengend, vor allem, wenn ich nicht viel geschlafen habe), usw.
Ich habe gelernt, wie man hier einen Kompost macht, aber vermutlich ist das nicht so interessant für Menschen aus anderen Klimazonen, denn das war schon sehr speziell für Caranvi.
Das beste war allerdings, dass auch junge Leute daran teilgenommen haben, wir hatten Spaß und ich kann die jeder Zeit besuchen und so etwas mehr von Bolivien kennen lernen - wenn ich Zeit hätte!
Wenn alles gut geht, bin ich ab morgen wieder für etwa eine Woche in La Paz und Sorata unterwegs. Caranavi lag im etwas tiefer, es war ziemlich warm. Coroico ist wieder erträglicher und in La Paz könnte es Minus-Temperaturen haben. Aber es ist nicht mehr langweilig hier! :)
Letzte Woche haben wir wieder eine paar ältere Menschen besucht in einem Dorf etwas weiter weg von hier. Hin konnten wir bei jemandem mitfahren, aber zurück mussten wir laufen, etwa 3h bis wir wieder an einer befahrenen Straße waren. Ich muss mich an so etwas erst noch gewöhnen. Das zählt alles zu Arbeitszeit hier, aber im Prinzip ist es ein bezahlter Spaziergang, wenn auch notwendig.
Noch so ein paar Kulturdinge: In einer Bar gibt es Bier fast immer nur im Doppelpack zu kaufen (also 2 Flaschen). Dies wird dann immer gerecht aufgeteilt, aber nur einer zahlt. Bis jetzt habe ich noch nicht raus gefunden wer und wie das abgesprochen wird. Der erst Schluck Bier am Abend wir nicht getrunken, sonder auf den Boden gekippt. Ist Tradition. Dann werden ein paar Schlücke getrunken. Dann sitzt man und eventuell erzählt man sich was oder schweigt und schaut in der Gegend rum. Dann wird wieder getrunken, aber alle gleichzeitig. So sind die Gläser immer etwa zum gleichen Zeitpunkt leer und es wird wieder nachgefüllt. Wir wurde das etwas zu langweilig, also habe ich mir angewöhnt, immer Karten/Würfel dabei zu haben und nun wird immer Karten gespielt oder gewürfelt. Dabei spielen wir "meine" Spiele und ich werde immer besser im erklären auf spanisch. Je fortgeschrittener der Abend jedoch ist, desto häufiger wirft man mir vor auf Portugiesisch anstatt auf Spanisch zu reden....
So, jetzt ein paar Fotos, damit ihr sehen könnt, dass es mir gut geht!
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| Warten auf eine Mitfahrgelegenheit. |
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| Pause vom vielen Laufen. |
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| Didia, mit der ich zusammenarbeite. Die meisten Bolivianer sind kleiner als ich. |
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| Irgendwo auf dem Weg nach Hause. |
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| Workshop im Wald. |
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| Boden im Wald |
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| Workshop über Kompost. |
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| Schutz vor dem Regen unter einem Bananenbaumblatt. |
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| Holzbrücke - zum Überqueren muss man aus dem Auto raus. |
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| Caranvi | |