Donnerstag, 26. April 2012

Lection 1: How to slaughter a chicken


Heute wurde mir in einem Projekt gezeigt, wie die ländliche Bevölkerung, bzw die nicht-Industriellen ihre Hühner schlachten für den Verkauf:






1. Man gehe/rutsche den Pfad entlang zum Schlachthaus.













2. Man nehme eines der Hühner aus dem Käfig - zu dem Zeitpunkt des Fotos leider schon leer, deswegen ein Bild von den jüngeren Hühnern.








 
3. Man stecke das Huhn mit dem Kopf nach unten in einen der Trichter.









 

4. Man nehme ein Messer, öffne den Mund des Huhns und schneidet durch den Mund die Halsschlagader auf. Das Huhn blutet durch den Mund aus, zappelt dabei noch eine zeitlang im Trichter. Hier wird nicht der Kopf bei der Schlachtung abgetrennt, da die Kunden das Huhn gerne mit Kopf kaufen.




5. Das Huhn wird für kurze Zeit in heißes Wasser gehalten.







 

6. Die Federn werden abgemacht - was recht einfach geht wegen dem heißen Wasserbad vorher.






 
 
7. Die Füße werden abgeschnitten und die Innereien herausgeholt. Jedoch nicht Herz, Leber, Niere und Lunge. Normalerweise bekommen die Hühner einen Tag vorher nichts mehr zum Futtern, dass haben sie dieses mal vergessen. Es hat furchtbar gestunken.






8. Waschung des Huhns.














9. Schwimmunterricht - Das Huhn kommt für 1-4h in kaltes Wasser, damit es sich etwas abkühlt. Wenn es nicht gleich verkauft wird, wird es in Eis gelegt, damit es "frisch" bleibt.

 



Der gesamte Schlachthof:
 Im Vordergrund das Schwimmbecken für die "fertigen" Hühner.







10. 1kg Huhn kostet etwa 15 Bolivianos (~1,64Euro), Hühner werden bei einem Gewicht von 2,3 - 2,5kg verkauft. Sie hatten dann ein  Leben von etwa 45 Tagen.



Ja, das war heute. Was noch? Ich habe Orangen und Mandarinen gepflückt, lecker, lecker. Und zum Abendessen gab es...... genau! Hähnchen!
Außerdem sind wir mit dem Auto etwas im Matsch stecken geblieben, für mich war es witzig, für die anderen Alltag. Hat uns etwa 30min Zeit gekostet, bis wir da wieder raus kamen.
Und heute Vormittag gab es keinen Strom, den brauche ich aber, um nicht mit Eiswasser duschen zu müssen. Also bin ich heute mal mit fettigen Haaren rum
gelaufen.... Gestern konnte ich sie schon nicht waschen, weil es kein Wasser gab. Außerdem war ich gestern krank, mein Magen hat ziemlich gesponnen. Ich war die halbe Nacht wach/hing über der Schüssel und hatte ziemlich Schmerzen. Tagsüber habe ich dann geschlafen. Jetzt weiß ich aber, dass die vom Team hier gut auf mich aufpassen und mich umsorgen :)

Soweit für heute!
LG.





Sonntag, 22. April 2012

Bolivia

"Simply superlative – this is Bolivia. It’s the hemisphere’s highest, most isolated and most rugged nation. It’s among the earth’s coldest, warmest, windiest and steamiest spots. It boasts among the driest, saltiest and swampiest natural landscapes in the world. Although the poorest country in South America (and boy do Bolivians get tired of hearing that), it’s also one of the richest in terms of natural resources. It’s also South America's most indigenous country, with over 60% of the population claiming indigenous heritage, including Aymará, Quechua, Guaraní and over 30 other ethnic groups. Bolivia has it all…except, that is, for beaches." (http://www.lonelyplanet.com/bolivia)

Ich mag Bolivien mehr und mehr...  mein Eindruck von den Menschen hat sich von Misstrauisch auf Freundlich geändert, ich schaffe es langsam alleine Einkaufen zu gehen, ohne den Touri-Preis zu bezahlen, ich kenn mich in dem Dorf hier etwas aus und kann gemütlich spazieren gehen und dabei schon ab und an Bekannte grüßen.

Heute war ich mit 3 Jungs aus dem Team, und der Freundin von einem, unterwegs. Sie haben mir die Cascadas (Wasserfälle) und eine Badestelle (einen reißenden Fluss) gezeigt. Außerdem haben wir Mandarinen geflückt/geklaut und haben Schmetterlingen beim sich gegenseitig putzen (?) zugeschaut. 








Damit liebe Grüße an all die anderen wunderbaren Menschen an all den anderen wunderschönen Orten dieser Welt!
Mo

Freitag, 20. April 2012

New Home

Ich bin angekommen - in Südamerika, Bolivien, Coroico, meinem Zimmer. Fühlt sich gut an. Es ist anders als das Reisen. Vor allem die Art und Weise, wie man Beziehungen aufbaut. Ich habe in den letzten 4 Wochen viele Leute kennen gelernt und Freunde nach 4 Jahren wieder gesehen. Bei letzteren war es zum großteil so, als wäre ich nie weg gewesen. Und der Abschied war wieder schwer, da ich nicht weiß, wann ich sie wieder sehen werde. Bei den neuen Bekanntschaften war es sehr unterschiedlich - manche haben mein Smalltalkfähigkeiten gefördet und manche Fremde wissen jetzt zum Teil mehr über mich als manche Freunde. Einige dieser Fremden haben mich mehr zum Nachdenken gebracht, als ihnen bewusst ist. Aber es ist eine gute Zeit dafür, nach dem Studium und vor dem Rest von meinem Leben. Ich konnte immer wieder in den Gesprächen feststellen, dass ich mein Leben wirklich mag. Das ist gut und soll auch so bleiben :) 

Jetzt bin ich seit 4 Tagen an dem Ort an dem ich die nächsten 14 Wochen wohnen werde. Mein Spanischunterricht hat gestern begonnen, ich lerne langsam die Leute aus dem Team von der Arbeit kennen und natürlich die Verkäufer in den Geschäften. Vor ein paar Tagen, als ich noch im Bus unterwegs durch Bolivien war, wollte ich das alles nicht. Ich mochte weder die Leute um mich herum, noch die schlechten Straßen oder das Essen. Ich glaube, der eine Tag in La Paz hat mir gut getan - La Paz ist eine wunderbare Stadt und naja, aller Anfang ist schwer. Aber wenn ich jetzt zurückblicke, ging doch alles wieder gut. Auch meine Einstellung hat sich geändert - die Menschen hier sind ganz nett, die Landschaft atemberaubend und die Zeit vergeht schon wieder viel zu schnell! Und das Essen....naja, es ist nicht wie bei Mama oder in Indien, aber es ist besser als angekündigt.

Wie geht es jetzt hier weiter. Nun ja, zunächst habe ich jeden Abend Spanischunterricht bei einer älteren Frau, macht Spaß mit ihr. Dann wollen die hier eine bestimmte Methode der Sozialen Arbeit kennen lernen, dazu soll ich dann in 4 Wochen eine Workshop geben für das Team, bis dahin muss ich Spanisch können! Da fangen die in den nächsten Tagen mit einem neuen Seniorenprojekt an, da werde ich dann auch mitarbeiten. Nächste Woche kommen erstmal Gäste aus Dänemark, von der Caritas dort und mit denen darf ich dann die Projekte besuchen, damit ich auch einen Überblick bekomme. Außerdem soll ich noch die Arbeit von Caritas La Paz und anderen Orten kennen lernen und meine Wochenenden sind schon verplant mit Ausflügen :) 

Kinder in einer intergrativen Schule die wir besucht haben

La Paz - meine neue Liebe!

Der Blick aus meinem Fenster in Coroico von dem Zimmer, wo ich die ersten 2 Tage gewohnt habe. Das war früh morgens, danach verschwindet der Tiefnebel, aber die Schneeberge verschwinden im Nebel.

Das ist die Deathroad und die neue Straße nach La Paz, blick von meinem Balkon.



Montag, 16. April 2012

Intense Days

Well.... the last days have been pretty intense.
Am Freitag wollte ich schon an der Grenze nach Bolivien sein, doch daraus wurde nichts, da ich krank bin. Ich bin also einen Tag länger bei einer Freundin und ihrere Familie in Brasilien geblieben und habe mich noch etwas informiert über die Busse nach Bolivien, Visa usw. Freitag Nacht, trotz etwas Fieber und vollgepumpt mit Schmerzmittel ging es dann an die Grenze. Morgens, nach einer Nacht ohne Schlaf, dort angekommen und mich noch mal weiter informiert und ab mit dem Boot ...bye bye Brazil! 
Geld tauschen, Busticket Richtung La Paz gekauft, zur Immigration um meinem Papiere zu regeln und es hätte los gehen können.... aber: Ich hatte keinen Ausreisestempel aus Brasilien - was ich nicht wusste, weil es mir keiner vorher gesagt hat! Also zurück nach Brasilien, zur Polizei, dann wieder nach Bolivien zur Immigration, den Stempel von denen, dann ein Taxi um den Bus einzuholen, der natürlich inzwischen schon abgefahren war.
Bolivien ... ist ein 3. Welt Land und noch habe ich mich nicht hier eingelebt. Die Busfahrt war schwierig. Wenig Platz, Krank, krasse Straßen. Man vergisst aber die kleinen Dinge, wie Hunger, drückende Blase, blaue Flecken, ungewaschene Haare, Kälte und Hitze, wenn man aus dem Fenster schaut. Denn dann wird alle Energie darauf verwendet dem Busfahrer zu vertrauen. Der Bus schaukelt mehr als ein Boot. Aber nach 36 Stunden unterwegs lernt man auch das und kann sogar die Landschaft etwas geniesen - erst das bolivianische Flachland, dann die Berge. Schön. Grün. Immer das selbe. 
Die Fahrt hat sich etwas verzögert (2 1/2h), da ein Baum auf dem Weg lag. Das gab mir die Möglichkeit, die anderen Touris kennen zu lernen - ein Engländer, ein Israeli und ein Holländer. Dann war schon alles viel besser :) 
Später wurde mir mein Geldbeutel auch wieder zurückgegeben, ohne Geld, aber mit allen Papieren, Karte, usw drin. Es war nicht besonders viel Geld, aber wieder habe ich nicht gemerkt, wann er mir entwendet wurde. Ich sollte besser aufpassen!
Und dann wollte ich ja eigentlich nicht in La Paz, sondern etwa 2h vor her, in der Nähe von Coroico raus, doch das habe ich verpasst. Also bin ich mit dem Holländer in ein Hostel in La Paz gegangen und wir haben bis Eben noch Karten gespielt - ich werde langsam besser. Oder meine Gegner schlechter.
La Paz sieht nett aus, zumindest bei Nacht. Mal schauen, wie es morgen weiter geht.  Ich sollte erst mal wieder Gesund werden, es ist kalt hier. Und ja, mich an Bolivien gewöhnen. Ich mag es nicht. Aber so wie ich mich kenne, wird es bestimmt noch gut :)  

Jetzt aber erstmal wieder in einem Richtigen Bett schlafen, nach 2 Nächten im Bus. Und es ist auch schon wieder nach Mitternacht! 

Jetzt noch ein paar Bilder und GRÜßE!
Möma




Neue Familie in Ariquemes - sie haben mich gut versorgt als ich Krank war.

Das Boot, morgens um 6 Uhr, nach Bolivien.

Flachland - irgendwo in Bolivien.

Und natürlich die Berge - hatte ich erwähnt, dass ich eher ein Strandmensch bin? Naja, zu spät! 

      
Die "Straße".  


Donnerstag, 12. April 2012

Ostern 2012

Ich glaube Ostern 2012 war das beste bis jetzt in meinem Leben...aber ich kann mich auch nicht mehr an alle erinnern. Ich war seit Samstag, bis heute, auf einem Boot auf dem Amazonas unterwegs. Wenn jemand mal eine Auszeit braucht, kann ich dass nur empfehlen! Ich war 5 Tage auf einem Boot, ohne Internet/Telefon usw. Und es gab nichts zu sehen außer Bäume, Bäume, Bäume, ab und an ein Haus oder eine kleine Siedlung und den Fluss. Ach ja, und Tieren, nach denen man die ganze Zeit ausschau hält, dazu gehören viele bunten Vögel, Delphine, Schlangen und Affen, wobei ich es nicht geschafft habe Schlangen und Affen zu sehen.
Ich habe in einer Hängematten geschlafen, wie fast alle anderen auch, ein großer offener Schlafsaal auf dem unteren Deck. Auf dem oberen Deck waren neben ein paar weiteren Hängematten noch ein paar Bänke und ein paar Kabinen. Neben den Brasilianer gab es noch Touris aus Israel, Portugal, Italien, Japan, USA, Peru usw. Es war super, die meisten Touris in meinem Alter und ich konnte mich mit allen irgendwie unterhalten. Ansonsten habe ich auch nicht viel gemacht: geredet, beim Kartenspielen verloren, Hebräische gelernt, Bäumen beim wachsen zugeschaut, mit den Kindern gespielt, dummerweise Cachaca und Bier durcheinander getrunken, versucht Eduardo Galeano zu verstehen, Filme geschaut, darauf gewartet, dass das Warten aufhört, geschlafen, gegessen und mit braunem Flusswasser geduscht und Wäsche gewaschen. Schade, dass die Zeit schon vorbei ist!
Jetzt bin ich in Ariquemes eine Freundin besuchen. Und ich kann es inzwischen kaum mehr erwarten in Bolivien anzukommen. Das sind zwar noch mal etwa 48h mit dem Bus von der Grenzen bis nach Corioco, aber ich freue mich drauf. In Coroico kann ich dann wieder neue Leuten kennen lernen, muss sie dann aber nicht nach einer Woche wieder verlassen, sondern habe ein paar Monate mit denen. Außerdem kann ich dann hoffentlich bald auch Spanisch...
So, jetzt noch ein paar Bilder:

Auf dem oberen Deck.

Alltag.


Eins von den Kindern. Sie hat fast nie gelacht.

An manchen Stellen mischt sich das dunkle mit dem weniger dunklen Wasser.

Typische Aussicht.


Liebe Grüße und schon/noch mal die Einlandung an alle: Ich bin ab nächster Woche bis voraussichtlich Mitte Juli in Coroico, Bolivien - Besucher sind herzlich Willkommen!
Mo

Freitag, 6. April 2012

Mist!

Heute wurde ich das erste mal beraubt. Ganz unauffaellig in einer Zeitspanne von etwa 3 Minuten war mein Handy weg. Ist etwas bloed, alleine Unterwegs zu sein ohne Handy und heute haben die Geschaefte zu. Ich werde es aber hoechstwahrscheinlich ueberleben.
Heute Morgen bin ich von Natal nach Fortaleza geflogen. In Natal konnte ich alles fuer die naechsten Tage regeln, da  meine Freunde dort, Freunde in Manaus haben. Heute abend werde ich schon weiter fliegen nach Manaus, mitten ins Amazonasgebiet. Ich werde dann von diesen Freundes-Freunden vom Flughafen abgeholt und am Samstag abend nehme ich dann das Boot nach Porto Velho, die Fahrt dauert etwa 5 Tage. Ich freu mich drauf!
Ansonsten bin ich noch Gesund, habe lange nicht mehr soviel gelacht wie mit den Freunden in Natal und habe noch viel zu erzaehlen... aber ich verbringe jetzt lieber noch Zeit mit meinen Freunden hier!
Liebe Gruesseund viel Sonne an euch!
Mo

Mittwoch, 4. April 2012

Planänderung

Ich habe mich entschieden, erst morgen früh den Bus nach Natal zu nehmen. So konnte ich heute noch mal mit Freunden Essen gehen. Später sind noch ein paar von uns ins Meer, was sehr angenehm war. Nachtbaden bei Regen. War ein schöner Abschied. 






Dienstag, 3. April 2012

Urlaub

Warten... gestern musste ich warten. Etwa 3 Stunden in einer Bank, nur um mein Konto auflösen zu können. Die letzten Wochen habe ich gewartet, dass sich ein Freund aus Fortaleza bei mir meldet, aber er hat meine Nachrichten erst gestern Abend gesehen. Gestern Morgen jedoch habe ich schon meinen Flug gebucht, so dass ich nicht mehr als 8 Stunden Aufenthalt in Fortaleza habe und ihn somit nicht besuchen komme. Jetzt gerade warte ich darauf, dass meine neuen Freunde ihre Arbeit schnell fertig machen um dann noch kurz, eventuell, mit ihnen, Essen zu gehen.  Denn in ein paar Stunden muss ich schon wieder zum Busbahnhof, da mein Bus dann nach Natal, meinem nächsten Ziel, fährt. Sind aber nur 2-3h fahrt.

Die letzten Tage waren, bis auf das immer wieder Warten, sehr schön. Ich habe ein paar Freunde wieder gesehen und neue Freundschaften schließen können. Und viel gelacht. Wobei die anderen zum Teil mehr gelacht haben als ich - entweder habe ich die Witze nicht verstanden oder sie haben über mich gelacht, und das habe ich meistens auch erst viel später verstanden. Ist blöd, wenn man fast alle Witze erklärt bekommen muss. Wobei es oft an der Sprache liegt, vor allem bei Wortspielen.

Meine letzte Woche bestand hauptsächlich daraus, mich bei anderen zum Essen einzuladen. Aber einmal bin ich auch mit Freunden einen Videoclip drehen gegangen, war schön. Unprofessionell, aber am Meer ;-) Und eben ein paar Dokumente von mir in Ordnung bringen. Ach so, und Malariaschutz ausfindig machen. Aber irgendwie findet man hier nichts und ich werde trotzdem am Freitag nach Manaus fliegen.

Hatte ich schon erwähnt, dass es immer besser hier wird? Jeden Tage gewinne ich wieder mehr Sicherheit zurück, was die Sprache, den Umgang mit anderen Menschen, die Essgewohnheiten usw angeht. Ich fühle mich schon fast wieder zu Hause in Joao Pessoa, beziehungsweise in Brasilien. Aber naja, dass geht meist recht schnell bei mir.

So, genug gewartet und geschrieben... los geht's zum nächsten Ziel!
Liebe Grüße!
Mo

Mit Freunden von damals beim Japaner :) 

Aldo, ein Freund, der mich Anfang des Jahres auch in Berlin besucht hat.

Mama, Jane, Nichte, ich und Cousine. Jane war Lehrerin in der Schule, in der ich unterrichtet habe.

Hatte ich erwähnt, dass der Musikclip nicht nur unprofessionell sondern auch kitschig war? ;-)