… since my last post. Und es ist einiges und nichts
passiert.
Dafür gibt es mehrere Gründe, vor allem aber liegt es am
Regen. Die Ueberschwemmungen sind zum Teil so heftig, dass die Straßen
gesperrt und Brücken nicht mehr befahrbar sind. Deswegen fahren auch Busse und
Züge nicht immer und nicht mehr überall hin.
Aber gut, was ist passiert? Ach ja, es war ja Weihnachten.
Der 24. war hier ein ganz normaler Tag, wir haben ein weiteres überschwemmtes
Dorf besucht und kamen dort nur mit dem Boot hin. Ein Mann hat uns sein Haus
gezeigt. Da das Dorf in der Nähe des Meeres ist, wurde es vom Tunsami
zerstört. NGOs haben ihnen daraufhin Häuser gebaut. Die Fischerfamilien (also
alle) haben viel Hilfe bekommen in der schweren Zeit damals. Dieser Mann hat
sich jetzt etwas bei mir beschwert. Er hat der NGO geschrieben und auch der
Regierung, aber sie reparieren sein Dach nicht. Ich sollte Fotos machen und
dann Hilfe schicken. Es hat mich traurig gemacht, dies zu erleben. Der Mann kam
nicht auf die Idee selbst sein Dach zu reparieren oder für die Reparatur zu
zahlen. Er ist zu sehr daran gewöhnt immer kostenlos Hilfe zu bekommen von
Menschen, die es gut meinen. Seine Familie tat mir Leid. Er war alkoholisiert
und aufdringlich.
Später waren wir shoppen, weil die Menschen sich hier zu
Weihnachten neue Klamotten leisten. Auf 24Uhr sind wir zu einer befreundeten
Familie gefahren und haben dort Kuchen gegessen, außerdem gab es Feuerwerk,
aber nicht viel, es ist bei Regen einfach nicht so schön.
Am 25. ging es zum Gottesdienst und dann war im Prinzip
wieder ein normaler Tag. Essen, chillen und ein bisschen Strand (im Regen).
Am 26. ging es zu einer Geburtstagsfeier, ein Mädchen wurde
1 Jahr alt, und dass wird hier groß gefeiert. Es kam auch ein Fotograph und
jeder, der ein Geschenk hatte, wurde mit der Familie abgelichtet. Außerdem gab
es Essen für alle. Es war sehr stürmisch an dem Tag, was mich daran
erinnerte, dass der Tsunami jetzt 10 Jahre her ist.
Für die Menschen hier ist das nichts besonders. Da danach
der Krieg viel schlimmer war. Außerdem ist da ein großer Unterschied, ob Leid
durch die Natur kommt oder durch Menschen gemacht ist.
Gestern waren wir in der naechst grosseren Stadt,
Batticaloa. Normalerweise 1h mit dem Bus, aber wegen der Überschwemmung
mussten wir einige Umwege fahren. Es war sehr schön, noch mehr vom Land zu
sehen.
Und heute ist wieder Sonntag, ich bin bei meiner
Sonntagsfamilie und können nichts machen, da alles überschwemmt ist.
Ich musste in letzter Zeit einiges bezüglich dieser Zeit
hier neu definieren. Ich hatte es mir einfach anders vorgestellt. Aber nun bin
ich dankbar fuer die Erfahrungen die ich hier machen kann und es ist einfach
Urlaub! Was kann “Regenzeit” fuer die Menschen bedeuten? Was macht das mit dem
Alltag? Einfach nur rum sitzen, weil man nichts tun kann – das ist ziemlich
schwer für mich. Und wie gehe ich damit um, wenn ich einfach nichts davon
verstehe, was um mich herum passiert? Wie baue ich in 2 Wochen Beziehungen auf,
die ich als Beziehungsmensch unbedingt brauche, wenn ich nicht kommunizieren
kann und weiss, dass ich bald wieder weg bin?
Ach und so vieles mehr….
Nasse Gruesse,
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