Montag, 22. Dezember 2014

Rain, Rain, and even more Rain

So lassen sich die letzten Tage zusammenfassen: Regen, Regen und noch mehr Regen.

Was macht das mit mir? Ich bin etwas genervt. Gut, so habe ich etwas Zeit zum lernen, gluecklicherweise habe ich meine Studienunterlagen dabei. Und ich kann mit Dickson spielen. Ich kann beim Kochen zuschauen und ich kann manchmal bei kleinen Ausfluegen mit, wie zum Beispiel zur Schneiderin (Leider vermute ich, dass sie meine Erklaerungen nicht ganz verstanden hat – ich bin gespannt, was sie aus meinem Stueck Stoff macht!)
Aber zugegeben, heute frueh, als es einfach immer noch geregnet hat, war ich kurz davor meine Sachen zu packen und auf die anderen Seite des Landes zu fahren (die Insel hat ungefaehr die Groesse Bayerns und drueben ist kein Regen).
Nun, ich bin geblieben und es hat sich gelohnt! Aber jetzt erst noch mal zu den gestern.

Sonntag:  Ich bin mit in den Gottesdienst gegangen. Es war furchtbar. Was aber hauptsaechlich daran lag, dass ich nichts verstanden habe. Also sass ich 2 Stunden rum und der Pastor hat vorne rumgeschrien (seine Art zu Predigen). Aber danach wurde es noch richtig schoen, da ich mit zu einer anderen Familie gegeangen bin, die Schwester meiner Hausmama. Und die Schwester erwartet jederzeit ihr erstes Baby. Es war echt spannend, sich mit ihr und ihrem Mann und den Neffen im Haus zu unterhalten, sie konnten fast alle Englisch. Ansonsten kann ich hier auch eher keine Gespraeche fuehren, die ueber den Alltag hinaus gehen. Sprache ist halt doch wichtig fuer die Kommunikation.

Heute morgen ging es dann zu der Scheiderin. Und am Nachmittag haben wir noch mal einen Ausflug zu dem Zentrum gemacht wo ich schon mal kurz war. Dieses mal haben wir uns jedoch das Dorf dort angeschaut.
Angefangen haben wir bei der Schule. Dort leben derzeit  ca. 64 Familien. Die Frauen und Kinder in der “Aula”, die Maenner in den Klassenzimmern. Die Schulen hier sind etwas anders als in Deutschland. Die Zimmer sind alle offen, es gibt keine Fenster, sondern es fehlt einfach ein Stueck Mauer.

Was machen die Familien da? Sie fliehen vor dem Wasser. Meine negative Gedanken von heute morgen haben mich ploetzliche etwas beschaemt. Ok, es war nervig fuer mich, mein Urlaub hatte ich mir anders vorgestellt und ja, ich war kurz vorm gehen. Aber, halt! Diese Familien habe ihre Haeuser wegen dem Regen verlassen muessen. Seit 3 Tagen sind sie in der Schule. Sie liegen auf Tuechern, die ihnen als Betten dienen. Keine Privatesphaere. Und keine Ahnung, wann sie ihre Haeuser wieder nutzen koennen. Bei mir geht es nur um meinen Urlaub….

Ein paar Frauen haben fuer einige gekocht. Die meisten sassen einfach rum. Die Kinder haben zum Teil gepielt, im Wasser. Diese riesen Pfuetze wurde auch beispielsweise fuer das Abwasser vom Kochen genutzt, oder von den kleinen Jungs als Toilette. Insgesamt sah das Dorf in Ordnung aus. Es gab neben der Schule (1.-5. Klasse) auch eine Vorschule, einen Hindutemple, feste Bruecken ueber den kleinen Bach (der jetzt natruerlich ein See war und die Bruecken zwar trocken waren, aber da musste man erst mal drauf kommen). Die Strasse im Dorf selbst ist eine Erdstrasse. Der Weg ins Dorf scheint sonst ok zu sein. Nur diesemal kamen wir nicht wirklich hin, da eine Brueke nicht mehr befahrbar war, und beim Umweg wurde die Teerstrasse aufgerissen. Unten drunter verlief eine Wasserrinne und die war verstopft, deswegen hat man oben drueber den ganzen Teer aufgerissen. (Das ist hier leider keine Seltenheit…)

Wie geht es jetzt weiter? In einem Buch habe ich letztens gelesen “Die meisten guten Dinge fangen mit ein bisschem schlechten Gewissen an, aber sie bleiben dort nicht stehen.” 

Ehrlich gesagt, ich weiss nicht, wie es weiter geht. Ich war dort und habe mir die Situation angeschaut. Ich weiss, dass die Organisation STEPS hier aktiv ist und Nothilfe in diesem Fall leistet. Was ist mein Part hier vor Ort? Wo ich doch nur die Haelfte mitbekomme von dem was ablauft und davon wahrscheinlich auch noch einiges falsch verstehe. Ich kann nicht kommunizieren und auch sonst nicht viel. Aber was ist das kleine bisschen was ich machen kann? Mutter Theresa sagte einst, und in meiner aktuellen Situation bin ich dazu geneigt ihr zuzustimmen: “Wir koennen keine grossen Dinge tun, nur kleine mit grosser Liebe. Es geht nicht darum wie viel man tut, sondern mit wie viel Liebe man es tut.” Was kann ich tun? Oder stelle ich eine ganz falsche Frage? Wie muesste meine Frage sonst lauten?


Dorfstrasse.


Hof und Haus einer Familie.
Frauen beim Kochen hinter dem Schulgebaude.


Notunterkunft Schule I.

Notunterkunft Schule II.
Vorschule.
Typischer Garten (jetzt See).
Kuh bei Nacht :)


Jetzt gehe ich schlafen. Und ich bin gespannt, was der morgige Tag bringt!

Gruesse,
Moema

PS: Die Frage, was mein Part hier und jetzt ist, ist nicht rethorisch. 
PPS:  Es gab Brot zum Abendessen, zum ersten Mal habe ich wieder Brot gegessen, seit dem ich hier bin. Und da ich Nutella mitgebracht habe, gab es sogar Nutellabrot!

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